Wenn der Hund das Riechen verlernt ...

December 13, 2018

Coffee und sein Schnüffelteppich

 

Hunde sind ausgesprochene Nasentiere. Ihr Geruchssinn ist zu erstaunlichen Leistungen fähig. Hunde werden eingesetzt, um vermisste Personen oder Tiere zu finden. Hunde können Krebszellen, Drogen oder ein aufziehendes Gewitter erschnüffeln. Hunde riechen, wie es Menschen oder Artgenossen körperlich sowie psychisch geht. Sie erleben die Welt durch ihre Nase. Eine Welt, die uns weitgehend "geruchsblinden" Menschen fast komplett verborgen bleibt.

 

Riechstörungen sind für den Hund fatal. Sie beeinflussen v.a. die Psyche des Hundes. Wenn der Geruchssinn verloren geht, können Hunde depressiv werden.

 

Mit zunehmendem Alter nimmt der Geruchssinn bei vielen Hundesn ab - nicht so schnell wie die Leistung von Augen und Ohren zwar, aber ein Verlust des Geruchssinns ist für Hunde am schwersten zu verkraften. Dieser Prozess kann durch Nasenarbeit stark verlangsamt werden.

 

Erschreckenderweise verlieren viele Familienhunde oft im Laufe der Zeit einen Großteil ihrer Riechfähigkeit. Da wir Menschen "Augentiere" sind, ist uns oft nicht bewusst, dass Hunde die Welt über die Nase wahrnehmen. Und so kommt es ganz oft dazu, dass Hundehalter ihre Hunde daran hindern, am Wegesrand an den Hinterlassenschaften anderer Tiere zu riechen. Ausgiebiges Schnüffeln an interessant duftenden Stellen wird oft aus Zeitdruck unterbunden. Und  gegenseitiges Beschnüffeln am Hinterteil anderer Hunde wird angeekelt verboten.

Auch ihr Futter müssen Hunde in der Regel nicht mehr erschnüffeln, sondern bekommen es vom Menschen vorgesetzt.

 

Das Ergebnis ist, dass Hunde verlernen, wie man schnüffelt. Dadurch geht ihnen ein großer Teil dessen verloren, was sie zum Hund macht. Deshalb ist regelmäßige Nasenarbeit so wichtig. Sie hat einen ungemein positiven Einfluss auf das Verhalten des Hundes.

 

Sportarten bzw. Auslastungsformen wie Mantrailing, Zielobjektsuche, die Freiverlorensuche in der Dummyarbeit oder simple Futtersuchspiele bieten wertvolle Möglichkeiten, die Nase des Hundes "fit zu halten" und den Hund artgerecht auszulasten. Auch über reine "Schnüffelrunden", auf denen mal keinerlei Training stattfindet und der Mensch den Hund in Ruhe seine Geruchswelt erkunden lässt, freuen sich unsere Vierbeiner. Die Mahlzeiten der Hunde lassen sich ganz einfach und mit fast null Aufwand nasentechnisch aufpeppen, indem man die Trockenfuttermahlzeiten z.B. in den Garten streut, in einem Schnüffelteppich verteilt oder in einen Karton voller Zeitungspapier kippt.

 

Und wenn Du von der Arbeit oder vom Einkaufen nach Hause kommst und Dein Hund Dich oder Deine Einkäufe ausgiebig abschnüffeln möchte - lass ihn auch mal und schicke ihn nicht genervt weg. ;-)

 

Let's sniff - viel Spaß dabei!

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